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Der Gesetzesentwurf zum Jahressteuergesetz 2013 sieht vor, dass die Aufbewahrungsfristen für steuerrelevante Belege von derzeit 10 Jahren auf zunächst 8 und ab dem Jahr 2015 auf nur noch 7 Jahre verkürzt werden. Auch die Aufbewahrungsfristen im Handelsrecht sollen entsprechend verkürzt werden. Für Unternehmer bedeutet dies wesentlich weniger Aufwand für die Archivierung.

„Die Verkürzung der Aufbewahrungsfristen bringt eine jährliche Entlastung für die Wirtschaft von rund 1,7 Milliarden Euro in der ersten Stufe und von insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro in der zweiten Stufe“
schätzt Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP)

Die Verkürzung der Aufbewahrungsfrist hat aber weitere Auswirkungen:

[h3]Rückstellung für Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen[/h3]
Für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen muss im Rahmen der Bilanzierung eine Rückstellung gebildet werden.
Die Rückstellung in Jahresabschlüssen verkürzt sich nun um 3/10, da sich die Höhe der Rückstellung an der Dauer der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist bemisst.

Hat ein Unternehmen für die Archivierung Kosten in Höhe von 10.000 Euro in eine Rückstellung eingestellt beträgt diese künftig nur mehr 7.000 Euro.
Ob eine Verteilung des Ertrages aus der Rückstellung angedacht ist, oder ob die Rückstellungen im Jahr der Änderung voll gewinnerhöhend aufzulösen ist, konnte noch nicht geklärt werden.

[h3]Verjährung bei Steuerhinterziehung[/h3]

Ein weiteres Problem sehe ich bei der erweiterten Festsetzungsverjährung nach §169 Abs.2 S.2 AO.
Kann die Festsetzungsverjährung bei leichtfertiger Steuerverkürzung und Steuerhinterziehung bei 10 Jahren belassen werden wenn der Steuerpflichtige die Geschäftsunterlagen nur 7 Jahre aufbewahren muss?

Insgesamt scheint der Entwurf des Jahressteuergesetzes 2013 nicht zu Ende gedacht zu sein.
Trotzdem ist die Verkürzung der Aufbewahrungsfristen natürlich zu begrüßen.