Corona-Novemberhilfe

Unternehmen, die direkt oder indirekt von den behördlichen Schließungen im November betroffen sind, erhalten bis zu 75% Wirtschaftshilfe.

Update am 30.11.2020

Dezemberhilfe und Überbrückungshilfe Phase III wurden angekündigt

Für den Dezember wurde eine außerordentliche Wirtschaftshilfe angekündigt, die sich an den Regelungen für den Monat November orientiert.

Die Überbrückungshilfe Phase III orientiert sich an den Regelungen der Phasen I und II.
Jedoch wurden die berücksichtigungsfähigen Kosten erheblich erweitert.
Details hierzu folgen in den nächsten Tagen.
 
Anträge sind für beide Programme aktuell noch nicht möglich

  
Update am 25.11.2020

ab sofort können die Anträge für die Novemberhilfe gestellt werden.
 
Update am 19.11.2020

 
Wir haben durch die Steuerberaterkammer Nürnberg weitere Details zur Corona-Novemberhilfe erhalten. Insbesondere die Klarstellung zu indirekt Betroffenen und die Aufteilung von Umsätzen bei Mischbetrieben ist interessant. Im Folgenden die wichtigsten Eckpunkte.
 
 
Definitionen 
Die Novemberhilfe können Unternehmen und Soloselbständige im Haupterwerb beantragen.
 
Unternehmer ist jede selbständige Einheit, die mindestens einen Beschäftigten hat.
(zusätzlich zum Inhaber)
 
Soloselbständige sind Selbständige und selbständige Angehörige in Freien Berufen, die keine Beschäftigten haben. Ihr Einkommen müssen sie in 2019 zu mindesten 51% aus dieser Tätigkeit erzielt haben.
   
beschäftigte Mitarbeiter 
Als Beschäftigter gilt, wer zum Stichtag 29.02.2020 beim Antragsteller beschäftigt war.
 
Umsatz im Sinne der Novemberhilfe 
Es gilt der steuerbare Umsatz im Umsatzsteuer-Voranmeldungszeitraum November 2019 als Bemessungsgrundlage für die Corona-Novemberhilfe.
 
Soloselbständige können den durchschnittlichen Monatsumsatz 2019 heranziehen.
 
Bei Gründung des Unternehmens nach dem 31.10.2019 gilt der Oktober 2020 als Bemessungsgrundlage, alternativ der Durchschnittsumsatz seit Gründung. 
 
nicht berücksichtigt werden:
- Umsätze von Gaststätten für Außerhausumsätze zum ermäßigten Steuersatz
- Unentgeltliche Wertabgaben (Kfz-Nutzung, Warenentnahmen u.ä.)
- Umsätze aus einem Unternehmensverbund
- Umsätze aus gewerblicher Vermietung
 
   
direkt und indirekt Betroffene 
 
direkt vom Corona-bedingtem Lockdown ist betroffen:
Unternehmen und Soloselbständige, die aufgrund der erlassenen Schließungsverordnung ihren Geschäftsbetrieb einstellen müssen.
 
indirekt vom Corona-bedingtem Lockdown ist betroffen:
Unternehmen und Soloselbständige, die nachweislich und regelmäßig mindestens 80% ihrer Umsätze mit direkt betroffenen Unternehmen erzielen.
 
Das bedeutet: Sie dürfen arbeiten, aber mindestens 80% ihrer Kunden nicht.
(Wäscherei arbeitet zu mindestens 80% für Hotels und Gaststätten)
 
 
über Dritte Betroffene
Auch eine zwischengeschaltete Agentur ist nicht schädlich. Die Agentur selbst darf arbeiten, nicht aber deren Kunden, für die sie tätig werden.
(Veranstaltungstechniker, der von der Agentur bezahlt wird, aber für einen Konzertveranstalter arbeitet.)
 
Über Dritte Betroffene müssen nachweisen, dass sie einen Umsatzeinbruch mehr als 80% des Vergleichsumsatzes (November 2019) erleiden.
 
 
Mischbetriebe
Mischbetriebe sind Unternehmen mit verschiedenen Tätigkeitsfeldern, die nur teilweise von den Schließungsmaßnahmen direkt oder indirekt betroffen sind.
 
Die Umsätze bei Mischbetrieben können aufgeteilt werden, wenn sich diese eindeutig zuordnen lassen. Dies kann beispielsweise im Rahmen der Buchführung nachgewiesen werden.
 
Mischbetriebe können dann anteilig, für die betroffenen Umsätze, die Novemberhilfe beantragen. (beispielsweise ein Restaurant mit angeschlossenem Lebensmittelhandel)
 

Weiterhin gelten die unten stehenden Regelungen:

Update 13.11.2020: Anträge sind voraussichtlich erst ab 25.11.2020 möglich
 
 
05.11.2020
 
Die Bundesregierung hat Details zur Erstattung der Umsätze für von den temporären Schließungen betroffenen Unternehmen bekannt gegeben. 
 
Ein Antrag auf Wirtschaftsförderung kann im Moment noch nicht gestellt werden.
 
Folgende Regelungen sind bisher bekannt:
 
antragsberechtigt sind:
 
Gewerbetreibende (auch Solo-Selbständige), Vereine und Freiberufler, die aufgrund der Beschlüsse im November schließen müssen.
 
- Gastronomie, Restaurants, Bars, Clubs, Discotheken, Kneipen
 
- Konzerthäuser, Theater, Opern, Messen, Kinos, Freizeitparks, Schwimmbäder, Saunen Thermen und andere Freizeiteinrichtungen (innen und außen)
 
- Dienstleistungsbetriebe der Körperpflege, also Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe mit unabdingbarer körperlicher Nähe (Frisöre sind ausdrücklich nicht betroffen)
 
- Betriebe mit Übernachtungsangebot, also Hotels und Pensionen
 
sowie: Unternehmen, die ihre Umsätze zu mindestens 80% mit Kunden dieser Art erwirtschaften. (z.B. eine Wäscherei die zu mindestens 80% für Hotels arbeitet)
 
 
Für andere Unternehmen, die nicht von einer behördlichen Schließung betroffen sind, ist leider keine Förderung möglich.
 
Andere Unternehmen können die Überbrückungshilfe II beantragen.
Hierfür gelten folgende Kriterien:
- mindestens 50% Umsatzrückgang in zwei aufeinanderfolgenden Monaten (4-8/2020)
- oder mindestens 30% Umsatzrückgang im Durchschnitt der Monate 4-8/2020
- sowie in den Monaten 9-12/2020 mindestens 30% Umsatzrückgang
 
Bitte sprechen Sie uns ggf. an, Anträge sind bis 31.12.2020 möglich.
Wir prüfen die Kriterien aber auch im Rahmen der Buchführung.
 
 
Höhe der Wirtschaftsförderung: 
- 75% des Umsatzes des Monats November 2019, oder
- 75% des durchschnittlichen Monatsumsatzes des Jahres 2019, oder
- 75% des Umsatzes im Oktober 2020, bei Gründung nach 30.11.2019
 
von der Förderung wird abgezogen:
- gewährte Überbrückungshilfe für November, sowie
- Erstattung aufgrund Kurzarbeitergeld
 
angerechnet wird weiterhin:
- alle Umsätze die über der Bemessungsgrundlage der Wirtschaftshilfe liegen
(Umsatz und Wirtschaftshilfe dürfen z.B. den Umsatz im November 2019 nicht übersteigen)
 
Besonderheit bei Restaurants:
- außer-Haus-Umsätze zählen nicht zur Bemessungsgrundlage der Wirtschaftshilfe
- außer-Haus-Umsätze werden nicht von der Wirtschaftshilfe gekürzt
(Ziel ist die Förderung von Take-away-Umsätzen)
 
Antragstellung:
- aktuell noch nicht möglich
- nur über Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, außer
- Solo-Selbständige bis 5.000 Euro Förderung können selbst beantragen